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BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:VO/681/2020  
Art:Beschlussvorlage  
Datum:12.05.2020  
Betreff:Belegung der Kindertagesstätten, perspektivische Erweiterung
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Beschlussvorschlag:

Der Bürgermeister wird beauftragt, im Bereich der Bauerschaft Hengstforde erste Prüfungen und Planungen anzustrengen für die Errichtung einer Kindertagesstätte mit Erweiterungsmöglichkeit und dem Jugendausschuss vorzulegen.

 


Sachverhalt:

Für das Kindergartenjahr 2020/2021 wurde anhand der Anmeldungen die Platzvergabe durchgeführt. Das Familienzentrum wird in zwei Bauabschnitten fertig gestellt werden. Für den Beginn des neuen Kindergartenjahres ist geplant, dass die Gruppen, die sich im ehemaligen Schulgebäude befinden (1x Krippe, 3x Kindergarten), zur Verfügung stehen. Diese vier Gruppen wurden bei der Platzvergabe bereits berücksichtigt und somit belegt. Laut Rückmeldung der Kirche ist es so, dass über alles hinweg 11 Kindern ein Kindergartenplatz nicht zugeteilt werden konnte und 22 Kindern kein Krippenplatz. Durch den „zweiten Bauabschnitt“ werden die weiteren zwei Krippengruppen bezugsfertig sein, so dass die oben genannten Kinder zu einem späteren Zeitpunkt einen Platz erhalten werden. Für den Bereich der unter Dreijährigen sind wir in der Gemeinde Apen durch das Netzwerk der Tagesmütter relativ gut aufgestellt. Hier können wir durch 105 Krippenplätze und 51 Plätze in der Tagespflege für 67% der Kinder ein Betreuungsangebot vorhalten. Hingegen ist  im Bereich der über Dreijährigen die Betreuungsquote nahezu bei 100%. Somit ist auf der einen Seite, den bisherigen Trend beobachtend, mit einem erhöhten Bedarf im Bereich der unter Dreijährigen zu rechnen. Die Tendenz ab dem ersten Lebensjahr des Kindes, sein Kind betreuen zu lassen, steigt von Jahr zu Jahr. Hingegen sind wir im Kindergartenbereich an dem Punkt angelangt, dass wir zwar statistisch jedem Kind einen Platz anbieten können, wir jedoch nicht auf Veränderungen adäquat regieren können. Wenn man es vereinfacht ausdrücken möchte, fehlt uns jeweils ein Puffer, um auf Unwägbarkeiten reagieren zu können.

Man darf bei der Betrachtung der Kindergartenplätze nicht außer Acht lassen, dass das Familienzentrum die Kinder aus den Kleingruppen der eingruppigen Häuser aufnimmt (insgesamt 24 Kinder) und noch im Raum steht, dass perspektivisch die Gruppe in Apen in das Familienzentrum wechseln wird. Somit entstehen faktisch 25 Kindergartenplätze in Augustfehn II zusätzlich.

 

Verwaltungsseitig wurde im „Arbeitskreis demographische Entwicklung“ vorgestellt, wie aus statistischer Sicht die bestehende Infrastruktur künftigen Veränderungen und Entwicklungen genügt. Diese statistische Betrachtung ist vor allem vor dem Hintergrund des Baugebietes Apen-Hengstforde vorgenommen worden. Das Fazit war, dass durch die Bildung von Bauabschnitten die bestehenden Einrichtungen ausreichen würden. Losgelöst von jeglichen statistischen Betrachtungen kommt man in der Praxis jedoch zu dem Ergebnis, dass gerade im Kindergartenbereich Engpässe entstehen. Sicherlich haben die Möglichkeit der flexiblen Einschulung wie auch die Beitragsfreiheit dazu beigetragen, dass die Planungssicherheit für die Gemeinde nicht mehr so gegeben ist wie zuvor. So haben wir beispielsweise in den vergangenen Jahren davon profitiert, dass Eltern nicht von der Möglichkeit der Rückstellung des Kindes Gebrauch gemacht haben. Es sind also viele Kinder zur Schule gegangen. Es ist jedoch so, dass die Anzahl der sog. „Flexikinder“ in absoluter Zahl die Gruppenstärke einer Kindergartengruppe ausmachen. Die Praxis zeigt aber auch, dass man sicherlich Rechtsansprüche bedienen kann, aber die wohnortnahe Wunscheinrichtung nicht immer angewählt werden kann. Es fehlt also auch eine Flexibilität vor Ort in der jeweiligen Einrichtung. Platzvergaben im laufenden Kindergartenjahr sind somit auch relativ schwierig, z.B. bei Zuzügen. Im Krippenbereich ist die Situation etwas anders, während hier die rechnerische Möglichkeit besteht, und das zeigt die Vergangenheit, dass die Betreuungsquote steigen wird, verfügen wir hier zwar über ein sehr gutes Netzwerk an Tagesmüttern, aber hier stellt sich immer die Frage, wie lange wird dieser Tätigkeit nachgegangen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass mit dem Heranwachsen der eigenen Kinder, die Tagesmutterselbständigkeit evtl. aufgegeben wird.

 

Wenn man nun einmal rückwirkend betrachtet, wie sich das Platzangebot im Lauf der Zeit entwickelt hat, kann man feststellen, dass wir gemeinschaftlich immer gute Lösungen gefunden haben. Wir haben auf entstandene Bedarfe reagiert und konnten Gruppenstärken und Betreuungszeiten variieren. So haben wir, um Krippenkinder zu versorgen, von der Möglichkeit der Familiengruppe in den kleinen Häusern Gebrauch gemacht, eine Krippe gebaut, die Familiengruppe „aufgegeben“ um wieder mehr Kindergartenkinder zu versorgen. Wir haben Betreuungszeiten in Krippengruppen ausgeweitet aber auch in Kindergartengruppen, um Ganztagsangebote zu schaffen, eine Gruppe zusätzlich in Apen geschaffen  und letztlich bauen wir das Familienzentrum. Wir haben also Kapazitäten in bestehenden Einrichtungen nach Möglichkeit ausgelastet. So konnte immer sehr flexibel und kurzfristig auf Bedarfe regiert werden. Diese Flexibilität haben wir derzeit nicht, so dass vermeintliche Unwägbarkeiten wie die Gruppengröße der „Flexikinder“ durchaus zu einem Problem werden kann. Daher ist man verwaltungsseitig der Meinung, dass man über weitere Alternativen nachdenken sollte, um künftig nach wie vor handlungsfähig zu bleiben. Sicherlich wird es so sein, dass diese Alternativen verschiedensten Ansprüchen, vielleicht auch für eine Nachnutzung, gerecht werden sollten.

 

Verwaltungsseitig möchte man möglichst im Zentrum der Gemeinde eine Einrichtung mit einer guten verkehrlichen Anbindung schaffen, da man zu dem Ergebnis gekommen ist, dass eine Erweiterung einer bestehenden Einrichtung nicht zielführend ist. Denn die mehrgruppigen Einrichtungen haben eine Größe erreicht, die an ihre Grenze gekommen ist, während die eingruppigen Einrichtungen nicht über die notwendigen Platz verfügen für einen An- oder Erweiterungsbau. Ferner liegen die kleinen Gebäude nicht unbedingt zentral. Es wird daher der Auftrag erbeten, möglichst im Bereich der Bauerschaft Hengstforde eine Einrichtung zu schaffen, einen möglichen Standort zu ermitteln und Modelle der Umsetzung dem Gemeinderat vorzulegen.

 


Finanzielle Auswirkung:

Im Rahmen der ersten Prüfungen gilt es, ein Kostenvolumen zu erarbeiten.

 


Anlagen: